Eines für alle: 7 Prinzipien des Universal Design
Ob Kind, 90-Jähriger oder Rollstuhlfahrer: Alle können diese universell designten Möbel, Wohnräume oder Systeme ohne Einschränkungen nutzen
Chancengleichheit, Toleranz und soziale Gleichberechtigung: Das Konzept des Universal Design bringt Produkte, Wohnräume und Systeme hervor, die sich an den Bedürfnissen aller Menschen orientieren, egal welchen Alters und Geschlechts sie sind, welche körperliche Konstitution sie haben oder welcher Kultur sie angehören. Das Design ist zeitlos, schlicht und modern – und für jeden nutz- und bedienbar. Bei der Gestaltung dürfen weder alte Menschen noch Kinder vergessen werden, wodurch Umbaumaßnahmen im Alter oder nach der Geburt eines Kindes überflüssig werden. Das Design orientiert sich nicht an einem bestimmten Stil oder modischen Strömungen: Die Grundidee ist sozialer Natur. Erst im zweiten Schritt wird über das Erscheinungsbild nachgedacht.
Generationsübergreifende Häuser sind ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes. Denn die Menschen werden immer älter und müssen auch im Alter als wichtige Zielgruppe des Entwerfens beachtet werden. Das nachhaltige und ökonomische Konzept des Universal Designs ist, ein Haus zu schaffen, in dem man nach Möglichkeit von der Geburt bis ins hohe Alter problemlos leben kann. Der Begriff wurde Mitte der achtziger Jahre vom US-amerikanischen Architekten Ronald L. Mace eingeführt, obwohl eigentlich Selwyn Goldsmith als Autor des Buches „Designing for the Disabled“ 1963 schon den entscheidenden Anstoß gegeben hatte. Mace entwickelte zusammen mit seinem Team sieben Prinzipien, die für die Gestaltung von Dingen gelten sollen.
Prinzip 1: Breite Nutzbarkeit
Räume und Gegenstände sollen von möglichst vielen Personen unabhängig von Alter, körperlicher Konstitution oder Geschlecht genutzt werden können. Die gestaffelte Waschbeckenanlage schafft genau das, denn auch Kinder oder Rollstuhlfahrer können sich hier problemlos waschen. Mit dem Rollstuhl kann man unter den Waschtisch fahren und so an den Hahn heranreichen. Auf diese Weise diskriminiert das Design niemanden – gleichzeitig ist es in modernem Stil ausgeführt.
Räume und Gegenstände sollen von möglichst vielen Personen unabhängig von Alter, körperlicher Konstitution oder Geschlecht genutzt werden können. Die gestaffelte Waschbeckenanlage schafft genau das, denn auch Kinder oder Rollstuhlfahrer können sich hier problemlos waschen. Mit dem Rollstuhl kann man unter den Waschtisch fahren und so an den Hahn heranreichen. Auf diese Weise diskriminiert das Design niemanden – gleichzeitig ist es in modernem Stil ausgeführt.
Dies ist eine weitere Möglichkeit, das Waschbecken an die Größe des Nutzers anzupassen. Kleine Personen können sich auf die herausschiebbare Stufe stellen und kommen so besser an das Waschbecken heran. Auch neigbare Spiegel sind für Nutzer verschiedener Größen sinnvoll.
In Badezimmern, die dem Universal Design entsprechen, findet man häufig bodengleiche Duschen. Rollstuhlfahrer und Senioren können so ungehindert die Duschkabine benutzen.
Auch ein Hocker ist nützlich: Ob er nun dabei hilft, sich entspannt die Beine zu rasieren, oder ältere Personen sich während des Duschens darauf setzen können.
Auch ein Hocker ist nützlich: Ob er nun dabei hilft, sich entspannt die Beine zu rasieren, oder ältere Personen sich während des Duschens darauf setzen können.
Prinzip 2: Flexibilität in der Benutzung
Universelles Design lässt größtmögliche Veränderungen zu. Durch modularen Aufbau können Möbel stark an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden. Dieses Regal von Vitsoe zum Beispiel verfügt über Schienen, an denen man Regalbretter in beliebiger Höhe einhängen kann. Die Organisation ist mit einem Handgriff jederzeit veränderbar; und durch weitere Module erweiterbar.
Universelles Design lässt größtmögliche Veränderungen zu. Durch modularen Aufbau können Möbel stark an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden. Dieses Regal von Vitsoe zum Beispiel verfügt über Schienen, an denen man Regalbretter in beliebiger Höhe einhängen kann. Die Organisation ist mit einem Handgriff jederzeit veränderbar; und durch weitere Module erweiterbar.
Prinzip 3: Einfache und intuitive Benutzung
Die Benutzung sollte möglichst einfach sein und ohne Vorwissen funktionieren – klar und verständlich für jedermann. Eindeutige, große Symbole statt kleiner Beschreibungen sind sinnvoll.
Das Ordnungsprinzip der Schublade zum Beispiel zeigt klar, wo und wie die verschiedenen Teller und Schüsseln verstaut werden. Die Holztrennstäbe können je nach Tellerart umgesteckt werden. Rutschen und Klappern wird zudem gemindert.
Die Benutzung sollte möglichst einfach sein und ohne Vorwissen funktionieren – klar und verständlich für jedermann. Eindeutige, große Symbole statt kleiner Beschreibungen sind sinnvoll.
Das Ordnungsprinzip der Schublade zum Beispiel zeigt klar, wo und wie die verschiedenen Teller und Schüsseln verstaut werden. Die Holztrennstäbe können je nach Tellerart umgesteckt werden. Rutschen und Klappern wird zudem gemindert.
Prinzip 4: Sensorisch wahrnehmbare Informationen
Die Bedienung eines technischen Gerätes sollte auf verschiedene Arten möglich sein. So gibt es zum Beispiel Heizungsregler, die sowohl über Sprach-, Tast- als auch Lesefunktion bedient werden. Hat jemand schlechte Augen, kann er die Funktionen anhand verschiedener Tastenoberflächen zuordnen und bedienen. Kann jemand die Tasten nicht drücken, gibt er einfach mündlich den Befehl dazu.
Die Bedienung eines technischen Gerätes sollte auf verschiedene Arten möglich sein. So gibt es zum Beispiel Heizungsregler, die sowohl über Sprach-, Tast- als auch Lesefunktion bedient werden. Hat jemand schlechte Augen, kann er die Funktionen anhand verschiedener Tastenoberflächen zuordnen und bedienen. Kann jemand die Tasten nicht drücken, gibt er einfach mündlich den Befehl dazu.
Prinzip 5: Fehlertoleranz
Gefahren, die bei der Nutzung entstehen könnten, sollten möglichst von vornherein vermieden werden. Mögliche Gefahrenquellen bei Herd oder Backofen sollten beispielsweise durch eine gute Isolierung oder eine automatische Abschaltfunktion ausgeschlossen werden. Große, eindeutige Gefahrensymbole helfen hier. Abgerundete Ecken und Kanten an Produkten schließen mögliche Verletzungen aus.
Gefahren, die bei der Nutzung entstehen könnten, sollten möglichst von vornherein vermieden werden. Mögliche Gefahrenquellen bei Herd oder Backofen sollten beispielsweise durch eine gute Isolierung oder eine automatische Abschaltfunktion ausgeschlossen werden. Große, eindeutige Gefahrensymbole helfen hier. Abgerundete Ecken und Kanten an Produkten schließen mögliche Verletzungen aus.
Prinzip 6: Niedriger körperlicher Aufwand
Die Nutzung der Gegenstände sollte so komfortabel wie möglich gestaltet werden, mit einem Minimum an Anstrengung. Dieser Fußhebel zum Beispiel ermöglicht das Öffnen eines Schrankes. Auch große Schubladen mit automatischem Einzug, die ihren Inhalt klar und übersichtlich präsentieren, sind nutzerfreundlicher als tiefe Schränke, in deren dunkle Ecken man kaum hineinreicht.
Die Nutzung der Gegenstände sollte so komfortabel wie möglich gestaltet werden, mit einem Minimum an Anstrengung. Dieser Fußhebel zum Beispiel ermöglicht das Öffnen eines Schrankes. Auch große Schubladen mit automatischem Einzug, die ihren Inhalt klar und übersichtlich präsentieren, sind nutzerfreundlicher als tiefe Schränke, in deren dunkle Ecken man kaum hineinreicht.
Prinzip 7: Größe und Platz für Zugang und Benutzung
Im Wohnraum sollte es von vornherein möglichst viel Platz für Hilfsmittel wie Rollstühle oder Rollatoren geben. Rampen, breite Gänge und Türen ermöglichen jedermann den Zugang. Alles, was zum Leben und Wohnen gehört, sollte im Sitzen und Stehen sicht- und erreichbar sein.
Weiterlesen: Wohnen im Alter – seniorengerecht und schick! >>>
Im Wohnraum sollte es von vornherein möglichst viel Platz für Hilfsmittel wie Rollstühle oder Rollatoren geben. Rampen, breite Gänge und Türen ermöglichen jedermann den Zugang. Alles, was zum Leben und Wohnen gehört, sollte im Sitzen und Stehen sicht- und erreichbar sein.
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Zum Prinzip der Zugänglichkeit gehört auch ausreichende Beleuchtung. Gerade der Eingangsbereich sollte gut beleuchtet sein, um Unfällen vorzubeugen. Durch energieeffiziente LED-Lichter, die nachts dauerhaft brennen, werden viele Risiken minimiert. Auch Bewegungsmelder sorgen für mehr Sicherheit.
Erzählen Sie mal: Welche Barrieren gibt es in Ihrem Zuhause – und welche haben Sie bereits beseitigt?
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